Das Dorf Voletiny (Wolta) wird in Urkunden erstmals 1360 erwähnt. Die jetzige Filialkirche des hl. Josef wurde auf Kosten der Gemeinde Wolta in den Jahren 1896-1897 im neuromanischen Baustil als Ersatz für die nicht mehr ausreichende Kapelle realisiert und ist seitdem eine Dominante im heutigen Ortsteil der Stadt Trutnov (Trautenau). Es handelt sich um ein 20 m langes und 9 m breites einschiffiges viereckiges Bauwerk mit halbrund abgeschlossenem Presbyterium, an der Ostseite mit einem 35 m hohen Turm, an dessen Stirnseite sich über dem Eingang das gemalte Motiv der Heiligen Dreifaltigkeit befindet. Die Kirche ist nicht gewölbt und ihre Einrichtung stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. In späterer Zeit wurden dann Seitenaltäre des hl. Grabes und der Lourdes-Maria angeschafft. Von den Glocken hat sich nach den Requirierungen in den Jahren 1916 und 1942 nur die älteste, übertragen aus der abgerissenen Kapelle von 1803, erhalten. Die Orgel, 1897 von Johann Fries aus Trautenau gebaut, war 1950 bereits in einem desolaten Zustand und deshalb bedienten sich die Kirchgänger mit einem Harmonium, dass sie selbst kauften. Im Jahre 1947 haben sie ferner in Eigenleistung das Kircheninterieur repariert.

Am Ende der 80erjahre war die Kirche in einem sehr schlechten Zustand. In den Jahren 1993-1994 wurden deshalb die nötigsten Renovierungsarbeiten in Angriff genommen. Eine Gesamtrenovierung kam jedoch erst zwischen 2004 und 2009 zustande. Neben Verputz und Fassaden wurden die Orgel, die Haupt- und Seitenaltäre, der Luster und die Turmuhr renoviert. Die Gesamtkosten betrugen rund 2,5 Mio. Kč. Am 22. März 2009 wurde die renovierte Kirche in Anwesenheit der Stadtrepräsentanten und des Königgrätzer Weihbischofs Josef Kajnek wieder geweiht.

Der Friedhof um die Woltner Kirche herum wurde 1895 angelegt. Unweit von hier, auf der Anhöhe Wébrovka mit gleichnamiger Baude (früher Weberbaude), stand die hölzerne Wallfahrtskapelle der hl. Anna mit einem Gesundbrunnen. Hierher führten zwei Kreuzwege. Einer kam von Wolta und wurde 2006 erneuert, der zweite, der eingegangen ist, kam aus der Richtung Nové Dvory (Neuhof). Zu den Dominanten des Ortes gehört vor der Kirche das Kriegerdenkmal an die Opfer des Ersten Weltkrieges von dem Trautenauer Bildhauer Emil Schwantner, das 2002 renoviert wurde. Gegenüber der Kirche liegt die Anhöhe Červený kopec (Roter Hügel), wo durch archäologische Ausgrabungen ein Standort von Jägern aus dem Spätpaläolithikum, also aus der Zeit 10 000 Jahre v. u. Z., entdeckt wurde. Es handelt sich um einen der ältesten bewiesenen Siedlungsstandorte in unserer Region.

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