Die erste schriftliche Erwähnung über die Kirche des hl. Wenzel in Horní Staré Město (Oberaltstadt), jetzt ein Ortsteil von Trutnov (Trautenau), stammt aus dem Jahre 1313. Heute stellt sie eine der ältesten und wertvollsten kirchlichen Denkmäler in der Region dar.

In der Kirche sind mehrere Kunststile vertreten. Aus der gotischen Zeit haben sich das Kreuzgewölbe des Presbyteriums, das von einfach profilierten Keilrippen getragen wird, das Sattelportal in der Südwand des Presbyteriums und das steinerne Taufbecken erhalten. Die Renaissance kommt mit der Tafeldecke des Hauptschiffes mit Überresten der ursprünglichen Farbgestaltung zum Ausdruck, der Kirchenturm stammt von 1581, außen mit drei steinernen Köpfen, wovon einer angeblich Martin Luther darstellen soll. Ein wertvolles Denkmal aus der Renaissance ist ferner das polychromierte Holzepitaph des Trautenauer königlichen Forstmeisters Caspar Nuss, der 1606 verschied. Auf der kunstvoll ausgeführten Holzschnitzerei finden wir unter dem Relief mit dem Motiv Transfiguratio Christi am Ölberg insgesamt zehn kniende Gestalten vor, die Nuss’ gesamte Familie darstellen. Einer von den Betenden ist der Forstmeister Caspar Nuss selbst. Im Kirchenturm hängt eine Glocke aus der Renaissance aus dem Jahre 1609, angefertigt von dem Glockengießer Donat Schrötter und in Schweidnitz (heute Świdnica) gegossen. Sie ist mit ihrem Durchmesser von 128 cm die größte Glocke in der breiten Umgebung. Die anderen Kirchenglocken wurden leider im Ersten und Zweiten Weltkrieg requiriert.

Der barocke Baustil ist in der Kirche vor allem mit dem Hauptaltar vom Beginn des 18. Jahrhunderts vertreten. Es handelt sich um ein monumentales Portal mit Engelstatuen und dem Gemälde des hl. Wenzel vor der Jungfrau Maria kniend und betend. Sein Schöpfer ist der Trautenauer Maler Ignaz Russ. Der Mariahilf-Seitenaltar stammt aus dem Jahre 1810. Die Orgel hat ihren Ursprung im Jahre 1939 und sie baute der Jägerndorfer (Krnov) Orgelbauer Josef Kloss. Ihre gegenwärtige Konfiguration ist ein Werk des Orgelbauers Josef Matyska aus Lhota bei Červený Kostelec (Roth-Kosteletz). Die Kirche ist mit einer Mauer umgeben, wo sich einige Grabsteine vom alten Friedhof erhalten haben, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Die Kalvarienstatue vor der Kirche stammt von 1801 und wurde auf den gegenwärtigen Standort im August 1955 durch den Verdienst des Pfarrers František John von der ursprünglichen Stelle vor der Schule übertragen, wo ihr die Liquidierung drohte. In den ungefähr letzten einhundert Jahren wurde die Kirche 1907 und 1924-1929 renoviert. Eine der weiteren großen Reparaturen fand 1995 statt. Auch in der Gegenwart laufen Renovierungsarbeiten, die der schmucken und altertümlichen Kirche den untergehenden Glanz zurückgeben.

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